Die Macht des offenen Auges der Freimaurer im Lean Management

Schon die Freimaurer wussten um die Macht des offenen Auges, das unter anderem Wahrheiten enthüllt. Über die Kausalität repräsentiert es das Gute. Das Kausalitäts-Prinzip, das die Beziehung zwischen Ursache und Wirkung, also die Abfolge von aufeinander bezogenen Ereignisse und Zustände, beschreibt, ist schon sehr lange bekannt. Auch im Lean Management hat das Auge eine sehr große Bedeutung.

Wir alle nutzen unsere Augen um Sachverhalte schnell visuell zu erfassen und das in Bruchteilen einer Sekunde. Worauf ist ihrer Meinung nach der "erste Eindruck" zurückzuführen?

Bei den meisten Menschen erfolgt die Informationsaufnahme zu 83% über die Augen und somit ist die Visualisierung sehr hilfreich um Themen und Zusammenhänge darzustellen. Mit 11% steuern Geräusche, die über das Ohr im Gehirn verarbeitet werden nützliche Zusatzinformationen. Der Geruchssinn (3,5 %), der Tastsinn (1,5%) und der Geschmackssinn (1%) sind als Sinnesorgane sicherlich nicht weniger wichtig, doch für die Aufnahme von Informationen meist erst einmal weniger relevant.

Im Lean Management dient das Visualisieren der Darstellung von Informations- und Materialflüssen, sowie von Arbeitsabläufen und -ergebnissen, Dadurch wird eine größere Transparenz über Ziele, Prozesse, Leistungen und den Projektfortschritt erreicht. Für die Mitarbeiter wird es leichter, die durchgeführten Veränderungen mit den zugehörigen Ziele in Verbindung zu bringen. Wird z. B. bei einer Prozessverbesserung das Ziel einer gesteigerten Ausbringung verfolgt, lässt sich dies leicht elektronisch wie auch an geeigneten Magnet- oder Whiteboards visualisieren und über Tage, Wochen und Monate verfolgen.

Häufig dient das Visualisieren auch dem Herstellen einer gemeinsamen Sicht in einer Gruppendiskussion. Ein schönes Beispiel hierzu ist eine Wertstromaufnahme (Value Stream Mapping) mit allen Beteiligten. Hier treffen Fertiger, Logistiker, Controller, Mitarbeiter wie Führungspersonen aufeinander und diskutieren über einen Prozess, der beim Rohstoff am Werkstor beginnt und mit Fertigerzeugnis beim Verlassen des Werksgelände endet. Wertströme werden mit standardisierten Symbolen erfasst, so dass es ein leichtes ist, einen fremden Wertstrom zu entschlüsseln. Bei der Diskussion und Entstehung des Wertstroms treten alle klassischen Kommunikationsfälle auf, die bei Vera F. Birkenbihl sehr ansprechend über ein Insel-Modell beschrieben sind.

 

Dabei geht der Lean Manager immer wieder auf die einzelnen Bedürfnisse jedes einzelnen ein. Es werden "Verständnis-Brücken" gebaut, die Distanzen verschiedener Standpunkte verringert, das gegenseitige Verständnis zu Personen, Perspektiven und Prozessen vergrößert ... Der Moderator benötigt viel Einfühlungsvermögen, da die Erstellung eines Wertstroms jedes mal ein spannendes Unterfangen ist. Die Krönung ist am Ende ein aktueller Wertstrom, in dem sich jeder der Beteiligten wiederfindet.